Geschichte

Der Dorfname Meltingen dürfte von Alemannen stammen, die im 4./5. Jahrhundert in unsere Gegend siedelten. Urkundlich tritt der Name Meltingen erst im Jahre 1375 auf.

 

Aus viel früherer Zeit, vermutlich aus der Megalithenkultur, stammt ein im Jahr 1990 gefundener Schalenstein. Der Kantonsarchäologe bestätigte den Fund als „zweifellos frühesten Beweis von kulturell schaffenden Menschen von Meltingen“. Für den mittelgrossen, unscheinbaren Stein, der auf der flachen Oberseite fünf künstliche Schalen von zehn bis fünfzehn Zentimetern Durchmesser und einer Tiefe von vier bis neuen Zentimetern aufweist, liess sich in einer Rabatte beim Gemeindehaus einen sicheren Standort finden.

 

Etwa 40 m über dem Dorf steht die Wallfahrtskirche „Maria im Hag“. Die Bezeichnung „Im Hag“ weist auf die Legende hin, die erzählt, dass die Frau des Ritters Hans Immer von Gilgenberg auf einem Spaziergang wegen eines Windstosses ihren kostbaren Schleier, den sie um den Kopf gehüllt hatte, verlor. Vergeblich wurde während Wochen danach gesucht. Erst nach einem Jahr ist man fündig geworden; der Schleier bedeckte in einem Holunderstrauch ein Marienbild. Agatha, so hiess die Frau, begriff diesen Fingerzeig als Vorsehung und liess an jener Stelle ein Gotteshaus bauen. Dort steht seit dieser Zeit auf dem rechten Seitenaltar diese Madonna, welche ehemals geraubt, wie durch ein Wunder auf diese Weise aufgefunden wurde. Wer die Pfarrkirche – die unter Denkmalschutz steht – betritt, wird zum Kunstfreund. Das Gnadenbild aus dem 14. Jh. die Glasgemälde des Ritters von Gilgenberg mit seiner Gattin sowie dasjenige der beiden heiligen Frauen Katharina und Agatha, die kostbare Pietà aus dem Jahre 1540 und die Johannesstatue von 1440, sind sehenswert.

 

Als selten gilt auch das Steinkreuz auf „Stapfeln“ aus dem Jahre 1638. Ebenso zieren drei monolythische Brunnen den Dorfkern (alle 4 Werke sind im „Amtlichen Inventar der unter öffentlichem Schutz stehenden Altertümer des Kantons Solothurn“ eingetragen).

 

Meltingen mit seiner Mineralquelle war schon im 15. Jahrhundert als Kur- und Badeort bekannt. Die im Jahre 1928 gegründete Mineral- und Heilquellen AG beschäftigte in den besten Zeiten über sechzig Angestellte. 1988 wurde die Produktion des Mineralwassers überraschend eingestellt. Nur zwei Jahre später, am 24. September 1990 gab man die Süssgetränke-Abfüllung gänzlich auf. Die Nichterfüllung der Vorschriften nach der aktuellen Lebensmittelverordnung veranlasste den inzwischen neuen Eigentümer, die Sibra Holding AG, zur Betriebsschliessung.